Kommentarfunktion

Nach diesem interessanten Artikel in der Süddeutschen und inspiriert von den zackigen Regeln, die auf I Blame The Patriarchy herrschen, verbreite ich meine Gedanken zu den Themen trollen, kommentieren und zensieren.

Viele öffnen die Kommentarfunktion ihrer Blogs für alle Antwortwütigen. Das halten sie für demokratisch. Mal abgesehen davon, dass ich mir die Herrschaft des Volkes unangenehm vorstelle, ist das höchstens votokratisch, ein von mir erfundenes Wort für die Herrschaft derer, die ihre Stimme abgeben, indem sie einen bzw. zahlreiche Kommentare schreiben.
Ich betrachte meinen Blog (yes, it’s a he) als mein Reich. Ich schreibe Texte und lade euch ein, sie zu lesen. Ich teile sie mit euch. Eure Gedanken führen meine Gedanken weiter, ich stoße Diskussionen an, die ihr aufgreift, oft habe ich sie vorher wo anders aufgegriffen. Wir sind alle freiwillig hier und können jederzeit gehen.
Ich mache den ersten Schritt. Ich lasse die Gedanken aus meinem Kopf. Sie sind Teil meiner Person und wagen sich nach draußen.

Ich bin nicht dazu verpflichtet, Leute bei mir zu Hause pöbeln, herablassend formulieren, diskriminierende und gewaltvolle Sprache & Inhalte ausdrücken oder generell gequirlte Scheiße von sich geben zu lassen. Ich lasse nicht zu, dass Diskussionen, die mir wichtig sind, entgleisen, weil Leute bewusst oder unbewusst ihre Egos in den Mittelpunkt rücken. Ich habe keine Geduld übrig für unmotivierte, undurchdachte, plumpe, langweilige, dumme, grottenschlechte, besserwisserische Antworten, die offensichtlich weder Anarchie noch Lihbe zum Zweck haben.
Anarchismus bedeutet nicht, dass alle sich gegenseitig nieder schreien. Anarchismus bedeutet, dass keine_r die andere beherrscht, auch nicht durch übermäßige Präsenz, Spammen, Pöbeln, Wüten, Derailen und Schlimmeres.

Versuch bitte, einen tollen Kommentar zu verfassen. Viele würden gern hervorragende Kommentare lesen. Falls du das Gefühl hast, dein Kommentar wiederholt, was bereits gesagt wurde, lösch ihn einfach wieder, bevor du ihn abschickst. Es ist auch nicht notwendig, auszudrücken, dass du die gleiche Meinung hast wie ein_e Schreiber_in vor dir, denn es soll nicht um Abstimmung gehen sondern um Austausch. Enthält dein Kommentar Mansplaining / Herrklärungen* in egal welcher Menge, lösch ihn. Erzählst du in deinem Kommentar eine Begebenheit aus deinem Leben (oder gar dem deiner Bekannten), um Argumente zu festigen, lösch ihn. Denn ich werde es sonst sowieso tun.
Ist dein Kommentar sehr lang, lies ihn merhmals durch und kürze ihn, bevor du ihn abschickst. Falls das nicht geht, schreib deinen eigenen Blog, es ist wirklich ganz leicht.

Ich freue mich, wenn du mir widersprichst und gleichermaßen freue ich mich über deine zustimmende Weiterführung und neue Perspektiven eines Gedankens. Alles andere bringt keine_n weiter, und Texte, die keine_n weiterbringen, gibt es bereits genug und sie nerven.

Du weißt, warum diese Anleitung zum Kommentieren nötig ist und bist nicht empört und angegriffen deswegen. Deine Ansichten und Kommentare sind herzlich willkommen.

Findest du diskriminierende Sprache und Inhalte in meinem Blog, die mir entgangen sind, dann bin ich dankbar, wenn du mich darauf hinweist.


*danke an splitter für diesen Einfall!


2 Antworten auf „Kommentarfunktion“


  1. 1 splitter 24. September 2011 um 21:26 Uhr

    Versuch der Findung einer Übersetzung für „Mansplaining“: „ER-Klären“. (Funktioniert so wohl nur schriftlich.) Oder: „Herr-Klären“.

    Freue mich über Feedback zu diesem meinen Einfall.

  1. 1 Mädchenmannschaft » Blog Archive » Bücher, Pin Ups und Piraten – die Blogschau Pingback am 24. September 2011 um 15:37 Uhr

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